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PREISTRÄGER 2007:
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Preis - People/Emotion
Monica Menez
Nach Auffassung der Jury ist es der Autorin auf hervorragende Weise gelungen, bekannte Codes der Gebrauchsfotografie sowohl mit Kunst-Zitaten als auch mit Fundstücken der Alltagswelt neu zu organisieren. Das Model in Ihrer Serie “Sticker” scheint auf den ersten Blick standardisierten Vorstellungen vom weiblichen Körper zu entsprechen. Seine stereotype, der gängigen Modefotografie entliehene Oberfläche birgt jeoch zweierlei Irritationen: Wie ein textiles Muster überziehen ihn kleine Aufkleber, die man sie aus den Poesie-Alben junger Mädchen kennt. Man mag hierin zunächst ein Manifest jenes Trends sehen, der unlängst als “Girly” etikettiert wurde; die Ikonografie der Bilder verweist jedoch viel weiter zurück, etwa in den Symbolismus eines Fernand Khnopff und führt zu Franz von Stucks programmatischen Inszenierungen der Femme-Fatale. Erinnerungen an die Selbstportraits von Hannah Wilke aus den siebziger Jahren werden ebenfalls wach. Doch nicht die Fülle von Zitaten zeichnet die Arbeiten von Menez aus, sondern die unprätentiöse Art, Kunstgeschichte in das Genre der Modefotografie zu integrieren – mit Respekt und dennoch ohne falschen Anspruch. |
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Preis - Still Life
Sebastian van den Akker
Auch die nah einer Fotoinstallation angesiedelte Arbeit mit dem Titel “Oberflächlich” schöpft aus dem Ideen- und Formrepertoire der Bildenden Kunst. Während auf der ikonografischen Ebene das in Frotté-Material gefaßte Waschbecken an Skulpturen von Merret Oppenheim und Daniel Spoerri denken läßt, verweist die minimalistische Philosophie der Aufnahme selber eher an die Becher-Schule, insbeondere auf Jörg Sasse – ohne daß van den Akkersich damit dem Vorwurf des Epigonalen aussetzt. Die Feinheiten der Valeurs aufgreifend, bewegt er sich im Grenzgebiet zwischen Fotografie und Malerei. Im Unterschied jedoch zu den Materialbildern der “Arte povera” und erst recht zu vielen selbstverliebten Table-Tops der Katalog-Fotografie, ist hier ein hintergründiger Humor mit im Spiel. |
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Product in Use
Gabi Vogt
Die prämierte Aufnahme entstand während eines Aufenthalts als “Artist in Residence” in Rumänien, wobei die Autorin gnz offensichtlich mit Elementen der Bühnenbildässthetik arbeitet. Vor der dramatischen Kulisse dunkler Wolken und balkantypischer metallener Dächer befindet sich eine ausgeschlachteten Dacia. In der vielen Rumänen eigenen Mischung aus Hingebung und Achselzucken hat man sie notdürftig mit einer Plastikfolie zugedeckt, denn an einer erneuten Nutzung der Limousine – möglicherweise fernab ihrer ursprünglichen Funktion – ist nicht zu zweifeln. Die Autorin führt den Betrachter mit ihre Erzählung jedoch nicht in ein Labyrinth alltäglicher Verrichtungen, sondern überlagert die Szene mit einer kafkaesken Atmosphäre. Wir können die agierenden Personen nicht sehen, spüren aber ihre Gegewart um so deutlicher. |
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Nachwuchspreis
Joel Micah Miller
Die Befragung der Kunstgeschichte kommt hier am deutlichsten zum Ausdruck. Auf einer den Vordergrund beherrschenden, filigranen und zugleich erhabenen Brückenkonstruktion entdeckt man zwei Personen; “Two Generatins”, deren Blick über eine ruhende Wasserfläche schweift, nicht ohne durch einen sich von rechts in das Bild erstreckenden Landstreifen aufgefangen zu werden. Einer romantischen Stimmung im Sinne Caspar David Friedrichs ist kaum zu entrinnen. Der amerikanische Fotograf, Joel Micah Miller zeigt, dass die Spezifik einer solch historischen Konstruktion nicht an der heutigen Erfahrungsswirklichkeit scheitert, sondern in ihr aufgehen kann. |
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PREISTRÄGER 2005:
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Preis - People/Emotion
Peter Franck
Peter Franck verbindet die literarisch überlieferte
Poesie des Hotel-Zimmers mit Hinweisen auf eine heute beinahe
unausweichliche Präsenz der Medien. In einer intimen Atmosphäre
tritt die Person in einen Dialog mit dem Massenmedium. Beide bleiben
anonym und erscheinen dennoch aufeinander bezogen. Der Fotograf
formuliert sein Thema ohne vordergründige Kulturkritik, zurückhaltend
und zugleich eindringlich auf hohem formalen Niveau, bemerkenswert
souverän, was die Handhabung der technischen Mittel betrifft. |
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Preis - Still Life
Marcin Nowicki
Marcin Nowicki zitiert Themen der klassischen
Moderne, insbesondere des Surrealismus. Er zeigt, dass Innovation
mit Traditionsbewußtsein verknüpft ist. Seine Themen,
Körperfragmente im historisch definierten Raum, sind als
intellektuell ambitionierter, gleichwohl nicht humorloser Beitrag
zum aktuellen Thema der Körperdeformation zu verstehen, welches
vor dem Hintergrund gegenwärtiger manipulativer Eingriffsmöglichkeiten
in die genetische Struktur des Menschen besondere Brisanz hat. |
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Nachwuchspreis
Katrin Binner
Katrin Binner entwickelt einen originellen Blick
auf das Kernthema der Mode, auf das "Bedecken", "Bekleiden"
und "Entkleiden" des Körpers. Abseits aller gänigen,
vordergründigen Erotisierung inszenieren sich ihre Modelle
im Dialog mit der Natur und der Landschaft, welche sich bei genauer
Betrachtung ebenfalls als artifiziell und keineswegs als urwüchsig
darstellen. Die hintergründig irritierenden Posen sind als
humorvolle Antwort auf die Stereotypen der Modefotografie höchst
poetisch. |
PREISTRÄGER 2004
Die Preisträger des ersten Druckerei-Seltmann-Werbefotopreises:
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Preis - People/Emotion Kai von Rabenau
In seinen Bildern macht er den Durchschnittsmenschen
zum Star, indem er außerordentlich subtil Elemente
der Dokumentarfotografie mit der Theatralität der klassischen
Portraits verbindet.
Herausragend ist die Farbführung, die wohldosierte Auswahl
von Requisiten und nicht zuletzt seine sichere Hand bei der Auswahl
des Modells. Die Stimmung seiner People-Strecke ist von einer
sehr subtilen Erotik des Alltags und diskretem Humor getragen,
der seine Nachbarschaft zur melancholischen Stimmung nicht verleugnet.
Eine sehr menschliche und sympathische Atmosphäre, in der
das beworbene Mode-Produkt eine fast untergeordnete Rolle einnimmt,
dafür aber um so authentischer bzw. glaubwürdiger kommuniziert
wird. Das Foto besticht durch seine undramatische Lichtführung
und Effekte. Es ist pure Fotografie, eine Inszenierung, in der
jedes Detail stimmt. |
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Preis - Still Life/Packshot Jürgen Stein
In seinen Arbeiten hat er die Farbigkeit aufs Äußerste reduziert. Der Fotograf inszeniert seine floralen
Motive auf der Grenze zwischen Farbgrafik, Malerei und Fotografie
auf eine ungewöhnlich zurückhaltende Weise, die sich
von der alltäglichen Produktfotografie durch eine Poesie
der leisen Töne deutlich abhebt.
Die Motive sind brillant gesehen und sehr schön technisch
umgesetz. Blüten und Zweige erscheinen unter Anwendung weniger
souverän angewendeter Mittel als Ornament auf der Fläche.
Die Herstellung einer Raumillusion bleibt dem Betrachter vorbehalten,
was für eine Werbeaufnahme
eher ungewöhnlich, der Jury
deshalb zugleich besonders innovativ erscheint. |
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Preis - Product in Use Michael Schnabel
Das Herausragende an seinen Aufnahmen besteht
darin, dass er von den oberflächlichen Lifestyle-Posen, die
die Automobilwerbung dominieren ebenso Abstand nimmt, wie von
technischer Kraftmeierei. Stattdessen fügt sich das Automobil in eine
natürliche, wenn nicht gar erhabene Landschaft ein. Es erweist
der Schönheit und dem Geltungsanspruch der Natur gleichsam
seine Reverenz, will sie nicht übertrumpfen, sich aber im Sinne eines ästhetischen
Anspruchs durchaus mit ihr messen. Intellektuelle Ambitioniertheit
fällt hier zusammen mit großem fotografischem Können.
Die Fotos sind brillante Werbefotografie, wunderschön fotografiert
und ausgearbeitet. Bildaufbau und eine äußerst reduzierte
Farbigkeit, die an Schwarzweiß-Fotos erinnert, erzeugen
eine spezifische Stimmung. Die Ausleuchtung ist sehr spannend. |
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Sonderpreis für Nachwuchsfotografen Marc Wuchner
Sein Ziel ist nicht primär Innovation,
sondern Präzision, ohne dabei nachahmend zu wirken. Akribisch
eignet er sich eine klassische Bildsprache der Objektfotografie
an, die er gleichsam wie ein großes Zitat bzw. ready-made
umsetzt und souverän in Szene setzt. Mit seiner Reduktion
auf das Wesentliche und seiner einfachen Lichtführung schafft
er eine wunderschöne Sachfotografie, die die Idee in den
Vordergrund stellt. |
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Katrin Binner realisierte zusammen mit Marc Wuchner Ihre Auftragsarbeit |
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Michael Schnabel produzierte ein beeindruckende Portfolio. |
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Kai von Rabenau ließ gleich drei Broschüren drucken |
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